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Starkes Zeichen der Bevölkerung

Erstellt von Manuela Moser |
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Innert einem Monat hat das Bürgerforum Küsnacht 1254 Unterschriften gegen den geplanten Kreisel gesammelt. Das Vorprojekt zur Sanierung der Oberwachtstrasse im Dorfzentrum lag bis Ende Mai auf – am Dienstag übergaben die Initianten die Petition an die Gemeinde.

Am Schluss stand er persönlich da: Walter Matti, Tiefbauvorsteher der Gemeinde Küsnacht. Er und nicht ein Verwaltungsangestellter nahm die Petition des Bürgerforums Küsnacht (BFK) entgegen. Mit einem Spielkreisel ausgerüstet, standen die Vorstandsmitglieder des BFK – Claudia Baer, Peter Ritter, Lorenz Meister und Anja Halliger – vor dem Gemeindehaus, und übergaben das Jux-Gadget mit einem zwinkernden Auge: «Weil der Gemeinderat am Kreisel so sehr hängt, und dieser ja nun vielleicht doch nicht kommt, übergeben wir euch diesen Spielkreisel.»

Unter der Federführung des Kantons sollte bei der Ausfahrt des Coop-Park­platzes ein Mini-Kreisel entstehen, weiter oben die Lichtsignalanlage an der Kreuzung Zürich-/Oberwacht- und Dorfstrasse aufgehoben und die Bushaltestelle vor dem Coop bergwärts zum Lebensmittelgeschäft Moreira versetzt und behin­dertengerecht umgebaut werden. Bis Ende Mai war das Vorprojekt aufgelegen, tatsächlich sind aber nebst den 1254 Unterschriften auch 58 Einwendungen eingegangen. Zu diesen zählt auch die Gemeinde selbst, die sich zuletzt doch auch gegen die Verlegung der Bushaltestelle bergwärts ausgesprochen hatte.

«Wir sind überwältigt von dieser riesigen Anzahl an Unterschriften», sagt Peter Ritter zum Erfolg der BFK-Aktion. Gefühlte 95 Prozent der auf der Strasse ­angesprochenen Personen hätten den Kreisel und auch die andern angedachten Massnahmen als «völlig unnötig» ­empfunden. «Das aktuelle Verkehrssystem funktioniert bestens.» Die Bevölkerung hätte vielmehr gedacht, dass das Projekt vom Tisch sei, nachdem die Zentrumsüberbauung 2017 abgelehnt worden war.

Kritisch kommentiert worden ist die Aktion des BFK teils, weil mit einem Betrag von 2,5 Millionen Franken hantiert worden war – die Gemeinde würde lediglich 200 000 Franken an Kosten tragen. Auch zu einer erneuten Abstimmung dürfte es kaum kommen, weil dies das ­Gemeindegesetz nicht vorsieht.

Dennoch: Das Zeichen ist gesetzt. Das kantonale Tiefbauamt wird die Einwendungen nun prüfen, überarbeiten und neu auflegen – als ganz neues oder überarbeitetes Projekt. Wann ist noch offen.