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Wahldossier

Wie man Gemeinderäte mischt und verdoppelt

Erstellt von Thomas Hoffmann |
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Beim Wählen kann man es sich einfach machen und die Liste einer Partei einwerfen. Oder man wählt individuell. Das ist wie verdünntes Bier trinken und in der Migros einkaufen.

Am 13. Februar wählen die Stadt­zürcherinnen und Stadtzürcher ihr ­Parlament (Gemeinderat) und ihre Regierung (Stadtrat). Für den Gemeinderat hat die Verwaltung Vorarbeit geleistet: Sie schickt allen die Parteilisten aus dem Wahlkreis, in dem man wohnt. Es genügt also, die Liste jener Partei abzugeben respektive abzuschicken, die man bevorzugt. Dann wird die ausgewählte Partei Danke jubeln, denn diese Liste entspricht exakt ihrem Wunsch.

Panaschieren und kumulieren

Wer aber zwei gute Freunde hat, die in verschiedenen Parteien antreten, kommt um das Panaschieren nicht herum. Wenn man zudem kumuliert, freuen sich die Freunde doppelt. Gar keine gute Idee wäre es allerdings, beide Parteilisten einzuwerfen, da dann beide ungültig sind.

Spätestens seit der Einführung der ­Cumulus-Karte bei der Migros kann man nachvollziehen, was das lateinische Wort cumulus bedeutet: Anhäufung. Bei der Migros häuft man Punkte an, bei den ­Gemeinderatswahlen Stimmen. Man nimmt die Parteiliste des ersten Freundes, streicht einen Namen und notiert den des Freundes ein zweites Mal. So ­erhält er eine zweite Stimme.

Für den zweiten Freund ist das Panaschieren gefragt – ein Fremdwort, das zumindest jene Leute kennen, die ihr Bier gern mit Citro versüssen. Das französische «panacher» bedeutet «farbig machen, mischen». Beim Wählen mischt man die Kandidatinnen und Kandidaten unterschiedlicher Wahllisten. Im Klartext: Auf der ausgewählten Liste streicht man zwei weitere Personen (oder benützt leere Linien, falls solche vorhanden sind) und fügt den Namen des zweiten Freundes ein. Er sollte allerdings nicht nur ein ­guter Kumpel sein – er muss offiziell ­kandidieren. Ist die perfekte Wahlliste ­zusammengestellt, darf man nicht ­vergessen, den Stimmrechtsausweis zu ­unterschreiben. Sonst war die ganze Mühe vergebens.

Für den Stadtrat gibt es keine gedruckten Listen, da muss man seine bevorzugten Politikerinnen und Politiker selbst aufschreiben. 26 Personen stellen sich zur Wahl für einen der 9 Stadtratssitze. Sie sind auf einem Beiblatt in den Unterlagen aufgelistet. Die 17 aussichtsreichsten Kandidierenden für den Stadtrat stehen in dieser Wahlbeilage Red und Antwort.

Achtung: Hier darf man (im Gegensatz zu den Gemeinderatswahlen) die gleiche Person nicht zweimal nennen, sonst ist eine Stimme ungültig. Von den maximal neun Namen, die man auf dem Stadtrats-Wahlzettel auflistet, kann man eine Person fürs Stadtpräsidium wählen und zusätzlich notieren.

Aufgrund der Coronapandemie empfiehlt die Stadt, brieflich oder vorzeitig abzustimmen. Das Antwortkuvert soll man bis Dienstag, 8. Februar, zur Post bringen. Auf dem Heimweg kann man sich dann ein richtiges Panaché gönnen.