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Zoo Zürich muss sich von Schneeleopard verabschieden

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Im Zoo Zürich musste der betagte Schneeleopard Villy gestern eingeschläfert werden. Das 17-jährige Männchen litt an Altersgebrechen.

«Der Zoo Zürich musste heute Montag, 3. August 2020, das Schneeleopardenmännchen Villy einschläfern. Villy litt seit längerer Zeit an Altersgebrechen, die seine Lebensqualität zunehmend beeinträchtigten, namentlich Nierenversagen und Arthrose», teilt der Zoo gestern in einer Medienmitteilung mit. Beide Erkrankungen seien typisch für alte Katzen. In den letzten Tagen verschlechterte sich Villys Gesundheitszustand nun trotz tiermedizinischer Betreuung dermassen, dass beschlossen wurde, ihn von seinem Leiden zu erlösen und zu euthanasieren. Mit 17 Jahren war Villy eines der ältesten der derzeit lebenden Männchen in Zoos.

Villy kam am 7. Mai 2003 im Zoo von Tallinn (Estland) zur Welt: «In den Zoo Zürich kam er drei Jahre später, im Dezember 2006.» Mit seiner langjährigen Partnerin Dshamilja, sie verstarb 2019 im Alter von knapp 19 Jahren, hatte er im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms fünf Jungtiere im Zoo Zürich. Diese leben heute in anderen Zoos in Europa und den USA. Villy war ein freundlicher Kater, der von Dshamilja auch zur Geburtszeit und während der Jungenaufzucht nie abgetrennt werden musste: «Normalerweise sind Schneeleoparden eher einzelgängerisch unterwegs», schreibt der Zoo.Im Zoo Zürich leben nun noch die beiden zweijährigen Schneeleoparden Shahrukh und Saida, wobei Saida eine Enkelin von Villy und Dshamilja ist. Die beiden Tiere kamen Ende 2019 und Anfang 2020 aus zwei Zoos in England nach Zürich. Schneeleoparden erreichen mit zwei bis drei Jahren die Geschlechtsreife, Männchen manchmal auch erst vierjährig: «Wann die beiden ein erstes Mal Nachwuchs haben, ist entsprechend offen.»

In der Natur gefährdet
Schneeleoparden sind in ihrem natürlichen Lebensraum im zentralasiatischen Hochgebirge gefährdet. Die Bestände wildlebender Tiere nehmen ab. Der Grund dafür ist zum einen die illegale Jagd auf die Tiere wegen ihres Fells und der Knochen. «Zum anderen findet der Schneeleopard immer weniger Futter, weil der Mensch auch seine Beutetiere bejagt und deren Bestände dezimiert.» (pd.)