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Wahldossier

Zweiter Wahlgang nötig

Erstellt von Pascal Turin |
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Kampf um das Friedensrichteramt im Wahlkreis 7 und 8: Weder die Bisherige Susanne Pflüger noch ihre Herausforderer Benjamin Gertsch und Nicolas Schwarz konnten sich durchsetzen.

Zürich hat sechs Friedensrichterämter, welche jeweils zwei Stadtkreise vertreten. Am vergangenen Sonntag standen die ­Erneuerungswahlen an. Allerdings gab es nur im Wahlkreis 7 und 8 eine echte Wahl mit Gegenkandidaten (wir berichteten).

Angetreten waren die Bisherige Susanne Pflüger (FDP, 64) sowie ihre Herausforderer Benjamin Gertsch (SP, 33) und Nicolas Schwarz (GLP, 49). Doch keiner der Kandidierenden erreichte das absolute Mehr von 6685 Stimmen. Klar die Nase vorn hat allerdings Pflüger mit 5865 Stimmen. Dahinter liegt Gertsch mit 4448 Stimmen. An letzter Stelle steht Schwarz, der 2932 Stimmen erzielte.

Am 13. Juni wird darum ein zweiter Wahlgang nötig. Bereits klar ist, dass Susanne Pflüger erneut antreten wird, wie sie auf Anfrage mitteilt. «Ich habe sehr viele Stimmen erhalten und die beiden Konkurrenten klar distanziert.» Das sehr gute Wahlresultat bestätige sie in ihrer Entscheidung, nochmals als Friedensrichterin zu kandidieren. «Mit dieser ausgezeichneten Ausgangslage werde ich selbstverständlich zum zweiten Wahlgang antreten», sagt Pflüger. Sie sei auch nicht überrascht, das absolute Mehr verpasst zu haben. «Wenn sich drei Kandidaten in einem Majorzwahlverfahren zur Wahl stellen, kommt es häufig vor, dass das absolute Mehr nicht erreicht wird. Das liegt in der Natur des Majorzsystems», so die FDP-Kandidatin. Sie gehe ­gestärkt in den zweiten Wahlgang und werde mit ihrem Team ihre Wahlkampf-Strategie evaluieren.

Überraschung und Enttäuschung

Positiv überrascht zeigt sich Benjamin Gertsch. «Natürlich hofft man immer auf ein gutes Resultat, kalkuliert aber lieber vorsichtig», so der SP-Kandidat. Er sei sehr geehrt über das Vertrauen, das so viele Wählerinnen und Wähler in ihn hätten, und bedanke sich für die erhaltenen Stimmen. Bedanken will er sich aber auch bei seinen Helferinnen und Helfern. «Ich werde das weitere Vorgehen natürlich noch eingehend prüfen, denke aber, dass ich mich für den zweiten Wahlgang gerne zur Verfügung stellen werde», sagt Gertsch. An seiner Strategie will er nicht rütteln. «Ich stelle mich weiterhin als kompetenter, energischer und empathischer Friedensrichter für alle Menschen zur Verfügung», so Gertsch.

Ob GLP-Kandidat Nicolas Schwarz zum zweiten Wahlgang antreten wird, ist noch offen. «Wir müssen in der Partei das Resultat noch genau analysieren und das weitere Vorgehen besprechen. Ich möchte dem nicht vorgreifen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nichts entschieden», erklärt Schwarz. «Wir alle hoffen, dass bald weitere Lockerungen der Covid-Schutzmassnahmen möglich sind. Zudem steht der Frühling vor der Tür. Dadurch sehen wir natürlich bessere Chancen im Strassenwahlkampf.» Da Schwarz die kleinste der zur Wahl stehenden Parteien vertrete, seien für sein Team die Herausforderungen am grössten gewesen. Schwarz: «Das Resultat zeigt allerdings, dass ein grosser Teil einen Umbruch will. Aber auf dem dritten von drei Plätzen zu landen, ist für mich persönlich natürlich schon enttäuschend.»